Archiv für August 2006

Münchens Oberbürgermeisters Christian Ude gratuliert Helmut Ringelmann zum 80. Geburtstag

Donnerstag, 31. August 2006

Oberbürgermeister Christian Ude gratuliert Helmut Ringelmann zum bevorstehenden 80. Geburtstag:

„Seit den 50er-Jahren schreiben Sie in der Filmbranche eine unvergleichliche Erfolgsgeschichte. ‘Derrick‘, ‘Der Alte‘, ‘Der Kommissar‘ und ‘Siska‘ genießen als einige der weltweit prominentesten Kriminalserien inzwischen Kultstatus und sind als ‘Exportschlager‘ nur die Spitze Ihrer qualitativ hoch geschätzten Arbeit. Vor mehr als 40 Jahren trugen Sie einen wesentlichen Teil zur Grundlegung einer neuen Programmsparte, dem ‘Freitagskrimi‘, bei und somit auch zur Entwicklung des heutigen Krimiserien-Programms. Die deutsche Kriminalfilmproduktion ist durch Sie international konkurrenzfähig, wenn nicht gar beispielhaft geworden. Ihre wahrscheinlich beeindruckendste Leistung ist es, dass Sie am zunehmend kommerzialisierten und unter Quotendruck stehenden Fernsehmarkt den Spagat zwischen dem ‘Medium mit Millionenpublikum‘ und der hohen Qualität als Leitmotiv Ihres Werkes vollbringen.

Schon in Ihren ersten Produktionen verwendeten Sie keine vorgefertigten ‘Musikkonserven‘, sondern bestanden auf eigens komponierter Musik. So prägten Sie maßgeblich den Charakter Ihrer Fernsehserien und eröffneten quasi nebenbei eine neue Dimension der Künstlerförderung. Bei weitgehendem Verzicht auf Gewalt als heute allgegenwärtigem, massenwirksamem Mittel setzen Ihre Inszenierungen vielmehr auf psychologischen Scharfsinn und eine erstaunliche Beobachtungsgabe zwischenmenschlicher Konflikte. Die Stadt München darf sich freuen, Ihnen sowohl als Kulisse Ihrer zahlreichen Serien und Filme als auch als pittoresker und würdiger Rahmen Ihres Lebens zu dienen.

Für die kommenden Jahre wünsche ich Ihnen weiterhin viel Erfolg, Glück, Gesundheit und persönliches Wohlergehen.”

Gammelfleisch-Verdacht in München: KVR stellt mehrere Tonnen Döner-Spieße sowie 360 Kilogramm Wild- und Geflügelfleisch sicher

Donnerstag, 31. August 2006

Aufgrund einer Information durch die Polizeiinspektion Gröbenzell wird seit Donnerstag, 24. August 2006, ein Kühlhauskomplex im Münchner Osten gemeinsam mit dem staatlichen Veterinäramt und dem Polizeipräsidium München eingehend kontrolliert. Da sich der Anfangsverdacht straf barer Handlungen erhärtet hatte, wurde am Dienstag, 29. Au-gust 2006, vom Kreisverwaltungsreferat (KVR) auch die Staatsanwaltschaft eingeschaltet; die Kripo München richtete am Mittwoch, 30. August 2006, eine Sonderkommission (SOKO) zur strafrechtlichen Aufklärung des Sachverhaltes ein.

Die Lebensmittelüberwachungsbeamten des KVR sind seit 24. August 2006 nahezu durchgehend vor Ort und recherchieren den lebensmittelrechtlich relevanten Sachverhalt; regelmäßig sind etwa ein halbes Dutzend KVR-Beamte im Kühlkomplex im Einsatz.

Bei der fraglichen Ware – es handelt sich um mehrere Tonnen Döner-Spieße sowie um zirka 360 Kilogramm Wild- und Geflügelfleisch – war das Mindesthaltbarkeitsdatum teils um vier Jahre überschritten. Die Ware wurde zwischenzeitlich vom KVR sichergestellt, die Betriebsräume wurden versiegelt und die Firmenunterlagen (Lieferbelege etc.) von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt. Die Ergebnisse der labortechnischen Untersuchung durch das Landesuntersuchungsamt sowie die Auswertung der beschlagnahmten Unterlagen durch die SOKO müssen nun abgewartet werden.

Stadtdirektor Dr. Horst Reif: „Wir sind entschlossen, mit aller Härte gegen derartige Praktiken vorzugehen, um die Münchner Bürgerinnen und Bürger vor dem Verzehr von ekelerregendem und gesundheitsschädlichem Gammelfleisch zu schützen. Unabhängig davon, ob sich auch der strafrechtliche Verdacht bestätigen wird, werden wir mit unseren Mitteln des Gewerbe- und Lebensmittelrechtes gegen den Betreiber des Kühlhauses vorgehen.”

Stipendiat der Münchner Villa Waldberta für Deutschen Buchpreis nominiert

Mittwoch, 30. August 2006

Saša Stanišiæ, der von Januar bis März 2006 anlässlich der Frühjahrsbuchwoche München zu einem Stipendienaufenthalt in der Villa Waldberta eingeladen war, wurde mit seinem Debütroman „Wie der Soldat das Grammofon repariert” für den Deutschen Buchpreis nominiert. Wesentliche Teile des Buches entstanden während seines Aufenthalts in der Villa Waldberta, dem Künstlerhaus der Stadt München. Das Buch erscheint im Herbst 2006 im Luchterhand-Literaturverlag.

Der 1978 in Višegrad (Bosnien-Herzegowina) geborene Saša Stanišiæ ist damit einer von rund 20 Anwärtern der so genannten „Longlist” auf den renommierten Deutschen Buchpreis. Mit diesem Preis zeichnet der Börsenverein des Deutschen Buchhandels den besten deutschsprachigen Roman des Jahres aus. Am 12. September gibt die Jury die Namen der sechs Kandidaten der engeren Wahl bekannt, die Buchpreisverleihung f indet am 2. Oktober zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse statt.

Sparmaßnahmen bei den Notärzten in München

Mittwoch, 30. August 2006

Zum Artikel in der heutigen Bild-Zeitung stellt das Kreisverwaltungsreferat fest:

Im Rahmen eines bayernweiten Gutachtens zum Bedarf des Rettungsdienstes wurde als letzter Bereich auch München untersucht. Dabei stellte der Gutachter, das Institut für Notfallmedizin und Medizinmanagement (INM) der Ludwig-Maximilians-Universität, fest, dass im Rahmen der Kostensenkung im Gesundheitswesen auch mit weniger Notarztfahrzeugen der gesetzliche Standard (zwölf Minuten Fahrzeit) eingehalten werden kann.

Aufgrund dieses Gutachtens richtete der Rettungszweckverband München (gemeinsame Körperschaft von Stadt und Landkreis München) eine hochrangige Expertenkommission unter der Leitung des Vorsitzenden des Rettungszweckverbandes, Kreisverwaltungsreferent Dr. Wilfried Blume-Beyerle, ein. Bis zum Ende des Jahres 2006 setzt man sich mit der möglichen Umsetzung und den daraus entstehenden Konsequenzen auseinan der.

Hier sollen auch Vorschläge für eine Neugestaltung der bestehenden Strukturen erarbeitet werden, damit die notärztliche Versorgung der Bevölkerung auf hohem Niveau erhalten bleibt.

Um erste Erkenntnisse zu sammeln, wurde ein Probebetrieb vereinbart. Dabei werden jeweils an zwei wechselnden Notarztstandorten in der Nacht von 0.00 bis 8.00 Uhr die Notarztfahrzeuge nicht mehr besetzt (Reduzierung von elf auf neun Fahrzeuge). Der Arbeitskreis befindet sich noch in der Auswertungsphase. Eine abschließende Bewertung liegt noch nicht vor. Da es sich beim Notarztdienst um eine Aufgabe des Freistaates Bayern handelt, die von den Krankenkassen finanziert wird, erfolgt die Notfallrettung als hoheitliche Aufgabe und kann nicht privatisiert werden. Der Umfang der Vorhaltungen muss zwischen Rettungszweckverband, Innenministerium und den Krankenkassen festgelegt werden.

Nach Abschluss der Auswertungen der Expertenkommission wird von diesem Kreise die notwendige Fahrzeugvorhaltung zu Beginn 2007 festgelegt.

Große Ingmar-Bergman-Retrospektive im Filmmuseum in München

Dienstag, 29. August 2006

Das Filmmuseum im Münchner Stadtmuseum, St.-Jakobs-Platz 1, widmet dem großen schwedischen Regisseur Ingmar Bergman vom 5. September 2006 bis 8. Februar 2007 eine Retrospektive – die umfangreichste, die bislang in Deutschland stattgefunden hat. Sie umfasst sämtliche Kinoarbeiten Bergmans (über 40 Spielfilme), zahlreiche Kurz- und Werbefilme, Fernsehfilme, Dokumentationen und Filme aus seinen späten Jahren, für die er das Drehbuch schrieb.

Ingmar Bergman wurde am 14. Juli 1918 in Uppsala/Schweden als Sohn eines evangelischen Pastors geboren und streng religiös erzogen. Er studierte zunächst Literaturgeschichte und gewann bald darauf als junger Theaterregisseur Aufmerksamkeit. Nach einigen Theaterinszenierungen in Stockholm wurde er 1944 mit 26 Jahren Schwedens jüngster Intendant des Stadttheaters von Helsingborg. Mit seinem ersten Kinofilm „Kris“ (Krise, 1946) machte Ingmar Bergman als Filmregisseur auf sich aufmerksam und fühlte sich seitdem dem Theater ebenso wie dem Film verpflichtet.

1956 wurde sein Film „Das Lächeln einer Sommernacht“ bei den Filmfestspielen in Cannes ausgezeichnet, was ihm zum internationalen Durchbruch verhalf. In den folgenden Jahren drehte Bergman unzählige Klassiker wie „Wilde Erdbeeren“, „Das Schweigen“ und „Das siebente Siegel“. Einer seiner bekanntesten Filme ist „Szenen einer Ehe“ (1973) mit Liv Ullmann und Erland Josephson. Für seinen letzten großen Spielfilm „Fanny und Alexander“ erhielt Ingmar Bergman 1984 vier Oscars.

Zwischen 1976 und 1981 lebte und arbeitete er in München, wo er an den Kammerspielen inszenierte und auch Filme drehte, wie „Aus dem Leben der Marionetten“ (1980). Bergmans Filme sind häufig Kammerspiele, intensive Psychodramen, geprägt von der Mythologie, der Suche nach dem Sinn des Lebens und der Suche nach Gott. Viele seiner Filme tragen autobiografische Züge. Schauspieler wie Max von Sydow, Bibi Andersson, Liv Ullmann und Harriet Andersson verdanken ihm ihren internationalen Durchbruch. Das Werk von so unterschiedlichen Regisseuren wie Woody Allen, Lars von Trier und David Lynch wäre ohne Bergmans Einfluss nicht denkbar.

Die Filme werden in der schwedischen Originalfassung mit englischen oder deutschen Untertiteln gezeigt.

Lungenaktionstage auf dem Münchner Odeonsplatz

Dienstag, 29. August 2006

Lungenkrankheiten verursachen weltweit die meisten Todesfälle, noch vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schlaganfällen. Allein an der chronisch-obstruktiven Bronchitis und Lungenemphysem (COPD) sterben in Europa jährlich 200.000 bis 300.000 Menschen. Dabei können viele Lungenkrankheiten frühzeitig mit einem einfachen Lungenfunktionstest erkannt werden.

Im Rahmen der bislang größten Einzelaktion in Deutschland können Passanten auf dem Odeonsplatz in München bei den Lungenaktionstagen „München pustet für gesunde Lungen“ am 1. und 2. September 2006 an zwölf Messständen kostenlos ihre Lungenfunktion testen lassen und sich an verschiedenen Informationsständen über Lungenkrankheiten sowie deren Erkennung und Vermeidung informieren. Mit Hilfe eines von Lungenfachärzten entwickelten Fragebogens und weiterer Testmethoden können Interessierte ihr persönliches Risiko, an einer COPD zu erkranken, abschätzen lassen.

Das Ökologische Bildungszentrum München ist wieder geöffnet

Dienstag, 29. August 2006

Das auf Veranlassung des Kulturreferates geschlossene Ökologische Bildungszentrum (ÖBZ) kann nach Prüfung durch Gutachter wieder geöffnet werden. Im ÖBZ führen die Münchner Volkshochschule und das Münchner Umweltzentrum seit mehr als fünf Jahren erfolgreich Umweltbildungsveranstaltungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene durch. Durch eine undichte Stelle am Dach hatte es in einen Raum des ÖBZ hineingeregnet. Das aufgetretene Leck konnte rasch repariert werden. Die Ursachenklärung ergab jedoch, dass eine umfassende Dachsanierung notwendig ist.

Letzte Zweifel an der unbedenklichen Raumnutzung konnten die von der Münchner Volkshochschule in Auftrag gegebenen Gutachten zur Statik und Luftverunreinigung ausräumen. Einzig der von dem Wasserschaden betroffene Raum, der bereits vor der Schließung nicht mehr genutzt wurde, bleibt geschlossen. Demnach können die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Münchner Umweltzentrums und der Münchner Volkshochschule ihre Arbeit in den Räumen wieder aufnehmen.

In der Zwischenzeit hat die Münchner Volkshochschule (MVHS) als Träger des Ökologischen Bildungszentrums ein selbständiges Beweissicherungsverfahren wegen des aufgetretenen Schadens am Dach des Gebäude beim zuständigen Gericht beantragt. Ein Gutachten über die Schadensursachen liegt bereits vor. Nach Abschluss dieses Verfahrens kann mit den notwendigen Sanierungsarbeiten begonnen werden.

Das neue Programm für Herbst/Winter 2006/2007 erscheint am 30. August 2006.

Münchens Oberbürgermeisters Christian Ude Dr. Helmut Panke von BMW zum 60. Geburtstag

Dienstag, 29. August 2006

Oberbürgermeister Christian Ude gratuliert Dr. Helmut Panke zum bevorstehenden 60. Geburtstag:

„Lassen Sie mich diesen Anlass nutzen, Ihnen für Ihr unermüdliches unternehmerisches Wirken, von dem München in hohem Maße profitiert, meine Anerkennung auszusprechen. Die bemerkenswerte Entwicklung des Global Players BMW ist auf Ihr langjähriges persönliches Engagement zurückzuführen. Auch Ihren Initiativen und Ideen, die Sie als Vorstandsvorsitzender einbringen konnten, ist es mit zu verdanken, dass München der führende Wirtschaftsstandort Deutschlands ist.

Als bedeutender Investor, Arbeitgeber und Ausbilder setzt BMW Zeichen und bekennt sich so zum Wirtschaftsstandort München. Als jüngstes Beispiel möchte ich hier die neu entstehende BMW-Erlebniswelt nennen. Sie wird ebenso wie der ‘Vierzylinder‘ das Stadtbild Münchens künftig mitprägen.

Für die kommenden Jahre ohne Vorstandsvorsitz wünsche ich Ihnen alles Gute, vor allem persönliches Glück und Gesundheit.”

Finissage der Ausstellung „hey Baby” mit Katalogpräsentation in München

Montag, 28. August 2006

Im Rahmen der Ausstellung „hey Baby” mit Bildern von Fanny Geisler sowie Skulpturen und Modellen von Bodo Buhl findet in der Rathausgalerie am Donnerstag, 31. August, 19 Uhr, die Finissage mit Präsentation des druckfrischen 32-seitigen Ausstellungskataloges statt. In der Ausstellung „hey Baby” treten zwei Münchner Künstler unterschiedlicher Generation und Arbeitsweise in einen Dialog. Die Konzeption wurde gemeinsam von Fanny Geisler und Bodo Buhl für die Rathausgalerie entwickelt.

Der Katalog enthält einen Einführungstext des Ausstellungskurators Dr. Peter Pinnau sowie ausschließlich Farbaufnahmen der Kunstwerke, die der Fotokünstler Jörg Koopmann, Förderpreisträger der Landeshauptstadt München, vor Ort aufgenommen hat.

Zu den Künstlern:
Bodo Buhl, der 1999 den Kunstpreis erhielt, die höchste Ehrung der Landeshauptstadt München im Bereich der Bildenden Kunst, gehört zu den Künstlern des „Münchner Aufbruchs” der 80er Jahre und der beginnenden Postmoderne – genannt seien hier Gerhard Merz, Günther Förg und Ulrich Horndash. Der Minimalismus zusammen mit den gleichzeitigen Popströmungen spielten für ihn eine große Rolle. Von Haus aus Maler fand er zur eigenen künstlerischen Sprache mit Skulpturen im Grenzbereich zur Architektur mit ausgesuchten Materialien und Eleganz technischer Präzision. Witz, lapidare Gestik, auch Ironie kennzeichnen diese Arbeiten. Wesentlich sind auch ihre Titel und Textelemente.

Eine Reihe von Arbeiten aus dieser Zeit wie „Macassar” (1985/86), „Banyoni” (1986), aber auch „No Comment” (1988) und „Control” (1992) oder „oh no” (1998) und „it’s ok” (1998) sind in „hey Baby” zu sehen, zum Teil in ganz neuer Anordnung und Auswahl zu gleichsam neuen Arbeiten geformt. Zu sehen sind außerdem eine große Anzahl von Skulpturenmodellen.

Fanny Geisler, junge Malerin und Performerin, gehört zu den interessanten, spannenden Künstlern in München. Ihre Arbeit entwickelt sich mit großer innerer Konsequenz und großer Spannweite. Sie arbeitet zugleich minimalistisch, verspielt und expressiv, was sie bei näherem Besehen mit Bodo Buhl verbindet. Fanny Geisler ist mit Malerei, Gemeinschaftsarbeiten (zusammen mit Gunna Schmidt und mit Susanne Rindsberg) und Performances hervorgetreten. In „hey Baby” zeigt sie ihre neuesten, in diesem Jahr entstandenen Bilder.

Die Ausstellung „hey Baby” ist noch bis zum 31. August 2006, Dienstag bis Sonntag, von 11 bis 19 Uhr, in der Rathausgalerie zu sehen. Der Eintritt ist frei.

Kunst im öffentlichen Raum zum Thema „Toleranz” in München

Montag, 28. August 2006

Das Thema „Toleranz” steht im Mittelpunkt der „Ortstermine 2006”, einem Projekt des Kulturreferats der Landeshauptstadt München. 13 Kunstwerke werden in der Zeit von Samstag, 23. September, bis Sonntag, 19. November 2006, im öffentlichen Raum vorgestellt und konfrontieren die Öffentlichkeit auf hohem künstlerischem Niveau mit Themen wie Integration, Auseinandersetzung oder Dialog, mit Lebensstilen, religiösen Überzeugungen, Wahrnehmungsweisen und Verhaltensmustern. Diese Kunst lädt dazu ein, München und seine ganz eigenen Strukturen auf vielfältige Weise neu zu entdecken, aber auch die eigenen, ganz persönlichen Toleranzgrenzen zu erkunden.

Das Kuratorenteam wählte als gemeinsames Band für alle ausgewählten Kunstwerke den Titel „Gefährliche Kreuzungen. Die Grammatik der Toleranz”. Grammatik heißt dabei: Wie verstehen wir Toleranz, wie erscheint sie, was sind ihre Regeln? Die eingeladenen Künstlerinnen, Künstler und Künstlergruppen schlagen sehr unterschiedliche Sichtweisen vor, die die „Gefährlichen Kreuzungen” in drei thematische Schwerpunkte bündeln:

Der erste Schwerpunkt fragt nach der Augenhöhe, in der sich die Beteiligten begegnen, wenn es um Toleranz geht. Der zweite untersucht, was als Norm gewertet wird, wie sich Normalisierung herstellt, sichert und welche Mittel zur Sicherung eingesetzt werden. Der dritte Schwerpunkt stellt Selbsttechniken vor, mit denen von Normalisierung Betroffene ihre Geschicke selbst in die Hand nehmen.

Die „Gefährlichen Kreuzungen” konzentrieren sich auf zwei Areale, von der Altstadt bis hin zur südlichen Stadtgrenze. Ihre Auswahl ist zufällig, doch zeigen sie eine urbane Vielfalt und erlauben überraschende Erkundigungen des Stadtraums. Jedes der beiden Areale kann mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder auch mit dem Fahrrad erreicht werden. Die „Gefährlichen Kreuzungen” laden ein, die Kunstwerke nicht nur zu besuchen, sondern auch ihr „Dazwischen” in den Stadtvierteln zu erkunden. Jedes Kunstwerk bietet sich als Ausgangs-, Endpunkt oder Zwischenstopp einer solchen Route an. Der Titel „Gefährliche Kreuzungen” steht dafür, dass jedem auf so einer Strecke etwas begegnet oder widerfährt, was zugleich falsch und richtig sein kann. Auf jeden Fall ungesichert. Wie die Toleranz selbst.

Als Routenplaner erscheint zu Beginn der Ausstellung ein Handbuch, das in der Stadtinformation im Rathaus/Marienplatz und im gut sortierten Buchhandel erhältlich sein wird. Das Handbuch enthält neben Plänen der Areale und Beschreibungen der Kunstwerke auch kurze und prägnante theoretische Abhandlungen zur „Grammatik der Toleranz” aus der aktuellen Forschung.

Eröffnungstermin:

Eröffnungstermin ist Samstag, 23. September, ab 14 bis zirka 21 Uhr. Am Eröffnungstag steht eine kostenlose Bus-Ring-Linie zur Verfügung, die an den jeweiligen Kunstwerken Halt macht.

Die beteiligten Künstlerinnen, Künstler und Künstlergruppen:

Beate Engl (München), Freie Klasse München, Alex Gerbaulet (Braunschweig); Stefano Giuriati & Aldo Giannotti (München, Bologna); GSA/Konrad Becker (Wien); Alexander Klosch & Oliver Thuns (Leipzig, Weimar); Klub Zwei (Simone Bader & Jo Schmeiser) (Wien); Andrea Knobloch (Düsseldorf); Folke Köbberling & Martin Kaltwasser (Berlin); neuroTransmitter (New York City); Tazro Niscino (Köln/Tokio); raumlabor_berlin (Markus Bader, Jan Liesegang mit Katharina Borsi); RELAX (chiarenza & hauser & Co., Zürich).

Die Standorte:

- Areal 1 (u.a. Süd-Giesing, Stadelheim, McGraw-Kaserne, Neuharlaching, Lincolnstraße): Giesinger Bahnhof Untergeschoss, Stadelheimer Straße; Café Schwansee, Ecke Schwanseestraße/Stadelheimer Straße; Brücken über dem McCraw-Graben; Vorplatz der ehemaligen University of Maryland, Soyerhofstraße, Ecke Peter-Auzinger-Straße, Nähe Mangfallplatz; Scharfreiterstraße/Schwanseestraße; Hohenschwangauplatz; Sachranger Straße, Sachranger Straße/Stadelheimer Straße; Stadelheimer Straße/Traunsteiner Straße; Amerstorffer Straße/ Lungstraße; Stettnerstraße/Grotiusweg/Feuerbachstraße; Feuerbachstraße/ Holzendorffstraße; Lincolnstraße, Freigelände etwa auf Höhe der Hausnummer 60; St.-Quirin-Platz: U-Bahn-Station, Ausgang Giesing.

- Areal 2 (u.a. Isarvorstadt, Schlachthofviertel/Großmarkthalle, Ost-Sendling): Sendlinger-Tor-Platz, Müllerstraße/Hans-Sachs-Straße, Roeckl platz, Sendli nger-Tor-Platz, Gotzinger Stra ße/Oberländerstra ße, Gotzinger Platz.