Das Thema „Toleranz” steht im Mittelpunkt der „Ortstermine 2006”, einem Projekt des Kulturreferats der Landeshauptstadt München. 13 Kunstwerke werden in der Zeit von Samstag, 23. September, bis Sonntag, 19. November 2006, im öffentlichen Raum vorgestellt und konfrontieren die Öffentlichkeit auf hohem künstlerischem Niveau mit Themen wie Integration, Auseinandersetzung oder Dialog, mit Lebensstilen, religiösen Überzeugungen, Wahrnehmungsweisen und Verhaltensmustern. Diese Kunst lädt dazu ein, München und seine ganz eigenen Strukturen auf vielfältige Weise neu zu entdecken, aber auch die eigenen, ganz persönlichen Toleranzgrenzen zu erkunden.
Das Kuratorenteam wählte als gemeinsames Band für alle ausgewählten Kunstwerke den Titel „Gefährliche Kreuzungen. Die Grammatik der Toleranz”. Grammatik heißt dabei: Wie verstehen wir Toleranz, wie erscheint sie, was sind ihre Regeln? Die eingeladenen Künstlerinnen, Künstler und Künstlergruppen schlagen sehr unterschiedliche Sichtweisen vor, die die „Gefährlichen Kreuzungen” in drei thematische Schwerpunkte bündeln:
Der erste Schwerpunkt fragt nach der Augenhöhe, in der sich die Beteiligten begegnen, wenn es um Toleranz geht. Der zweite untersucht, was als Norm gewertet wird, wie sich Normalisierung herstellt, sichert und welche Mittel zur Sicherung eingesetzt werden. Der dritte Schwerpunkt stellt Selbsttechniken vor, mit denen von Normalisierung Betroffene ihre Geschicke selbst in die Hand nehmen.
Die „Gefährlichen Kreuzungen” konzentrieren sich auf zwei Areale, von der Altstadt bis hin zur südlichen Stadtgrenze. Ihre Auswahl ist zufällig, doch zeigen sie eine urbane Vielfalt und erlauben überraschende Erkundigungen des Stadtraums. Jedes der beiden Areale kann mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder auch mit dem Fahrrad erreicht werden. Die „Gefährlichen Kreuzungen” laden ein, die Kunstwerke nicht nur zu besuchen, sondern auch ihr „Dazwischen” in den Stadtvierteln zu erkunden. Jedes Kunstwerk bietet sich als Ausgangs-, Endpunkt oder Zwischenstopp einer solchen Route an. Der Titel „Gefährliche Kreuzungen” steht dafür, dass jedem auf so einer Strecke etwas begegnet oder widerfährt, was zugleich falsch und richtig sein kann. Auf jeden Fall ungesichert. Wie die Toleranz selbst.
Als Routenplaner erscheint zu Beginn der Ausstellung ein Handbuch, das in der Stadtinformation im Rathaus/Marienplatz und im gut sortierten Buchhandel erhältlich sein wird. Das Handbuch enthält neben Plänen der Areale und Beschreibungen der Kunstwerke auch kurze und prägnante theoretische Abhandlungen zur „Grammatik der Toleranz” aus der aktuellen Forschung.
Eröffnungstermin:
Eröffnungstermin ist Samstag, 23. September, ab 14 bis zirka 21 Uhr. Am Eröffnungstag steht eine kostenlose Bus-Ring-Linie zur Verfügung, die an den jeweiligen Kunstwerken Halt macht.
Die beteiligten Künstlerinnen, Künstler und Künstlergruppen:
Beate Engl (München), Freie Klasse München, Alex Gerbaulet (Braunschweig); Stefano Giuriati & Aldo Giannotti (München, Bologna); GSA/Konrad Becker (Wien); Alexander Klosch & Oliver Thuns (Leipzig, Weimar); Klub Zwei (Simone Bader & Jo Schmeiser) (Wien); Andrea Knobloch (Düsseldorf); Folke Köbberling & Martin Kaltwasser (Berlin); neuroTransmitter (New York City); Tazro Niscino (Köln/Tokio); raumlabor_berlin (Markus Bader, Jan Liesegang mit Katharina Borsi); RELAX (chiarenza & hauser & Co., Zürich).
Die Standorte:
- Areal 1 (u.a. Süd-Giesing, Stadelheim, McGraw-Kaserne, Neuharlaching, Lincolnstraße): Giesinger Bahnhof Untergeschoss, Stadelheimer Straße; Café Schwansee, Ecke Schwanseestraße/Stadelheimer Straße; Brücken über dem McCraw-Graben; Vorplatz der ehemaligen University of Maryland, Soyerhofstraße, Ecke Peter-Auzinger-Straße, Nähe Mangfallplatz; Scharfreiterstraße/Schwanseestraße; Hohenschwangauplatz; Sachranger Straße, Sachranger Straße/Stadelheimer Straße; Stadelheimer Straße/Traunsteiner Straße; Amerstorffer Straße/ Lungstraße; Stettnerstraße/Grotiusweg/Feuerbachstraße; Feuerbachstraße/ Holzendorffstraße; Lincolnstraße, Freigelände etwa auf Höhe der Hausnummer 60; St.-Quirin-Platz: U-Bahn-Station, Ausgang Giesing.
- Areal 2 (u.a. Isarvorstadt, Schlachthofviertel/Großmarkthalle, Ost-Sendling): Sendlinger-Tor-Platz, Müllerstraße/Hans-Sachs-Straße, Roeckl platz, Sendli nger-Tor-Platz, Gotzinger Stra ße/Oberländerstra ße, Gotzinger Platz.