In der nächsten Veranstaltung der Reihe „Open Scene” am Donnerstag, 17. April, um 19 Uhr ist die Performance-Künstlerin Penelope Georgiou zu Gast im Filmmuseum im Münchner Stadtmuseum, St.-Jakobs-Platz 1, und präsentiert ihren Film „Tanzen in der Secession“ (Österreich 2006 – Spiel und Tanz: Penelope Georgiou, Benjamin McQuade und Charlotte Plank-Poschauko, 88 Minuten). Penelope Georgious letzter abendfüllender Film wurde am 5. Juni 2003 im Hauptraum der Wiener Secession gedreht, im Rahmen der von Constanze Ruhm kuratierten Ausstellung „Fate of Alien Modes“.
Die Ausstellung thematisierte die Schnittstellen von Kunst und Film, untersuchte filmische Produktionsmechanismen im Kunst-Kontext. Räumliche Aspekte sollten auf erzählerische so Bezug nehmen, dass eine „Informationsarchitektur” zwischen Bühnenform, Filmset und Ausstellungsraum entsteht. Für die Performance der Künstlerin Penelope Georgiou entwarf Angela Hareiter eine Drehbühne als Kulisse und Set, die an einen übergroßen Schallplattenspieler erinnert. Diese Performance wurde von einem Filmteam aufgezeichnet und diente als Material für Georgious Film.
Der konzeptuelle Fokus von „Fate of Alien Modes” auf unterschiedliche Produktionsformen veranlasste die Künstlerin, die Dreharbeiten in den Ausstellungsraum zu verlegen. Sie fanden während der normalen Öffnungszeiten statt und waren somit für die Besucher zugänglich. Die Bühne als Ankündigung und Versprechen einer „Coming Attraction”, aber auch als Erinnerung an eine mysteriöse performative Übertragung stellte den einzigen sichtbaren Hinweis auf Georgious neuen Film dar, der in der Ausstellung jedoch nicht gezeigt wurde.
Die interdisziplinäre Praxis der Künstlerin weist Versuche der Kategorisierung zurück und findet in einem terrain vague zwischen Theater, Performance und Film statt. Ihre Arbeiten zeigen sich als Bewegungen zwischen verschiedenen Genres und lassen Figuren und Handlungsabläufe oftmals offen und unaufgelöst. Penelope Georgiou wurde 1949 in Saloniki, Griechenland, geboren und lebt seit 1970 in Wien. Sie absolvierte eine Schauspielausbildung am Reinhardt-Seminar und inszenierte zunächst Avantgarde-Theater auf Festivals und in Galerien. Seit Ende der 80er-Jahre kreiert sie eine eigene „Szene” und begann, Personen, die signifikante Positionen in intellektuellen Milieus ihrer Umgebung besetzten – Künstlerinnen/Künstler, Theoretikerinnen/Theoretiker und Kuratorinnen/Kuratoren – einzuladen und zum Teil ihrer Performances zu machen.
Es entstanden Filme wie „Petunia” (1980), „Tonis und Eleni” (1982), „Apsostolos” (1986), „Hans” (1989) und „Kallas & Kennedy (1991). Der Eintritt kostet 4 Euro, ermäßigt 3 Euro. Telefonische Kartenvorbestelllungen sind unter 2 33-2 41 50 möglich.